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 Betrug mit falschen Telefonnummern
 
Das kriminaltechnische Bundpol Prüf- und Entwicklungslabor testet seit Jahren Technik auf ihre Schwachstellen und Lücken. Beispiele für gefährliche Sicherheitslücken gibt es genug.
 

gefährliche Sicherheitslücke:
falsche Telefonnummern

 

Betrüger tarnen sich mit mieser Technik-Masche
Wenn Sie von einer solchen Nummer angerufen werden, wählen Sie sofort 110

Unbekannte Telefonbetrüger missbrauchen derzeit die bekannte Notrufnummer 110, um arglose Opfer um ihr Geld zu bringen. Das kriminaltechnische Institut Bundpol Security Systems sowie die Polizei rät zu besonderer Vorsicht.

Opfer der Betrüger wurde am Donnerstag ein Mann aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Er bekam auf seinem Handy einen Anruf von einem angeblichen Polizeibeamten, der ihn dann an eine „Ober-Richterin“ weiterverband. Diese sagte dem Senior, dass er sofort 2800 Euro bezahlen müsse, weil er sonst verhaftet werde. Das Geld sollte der Rentner per „Western Union“ überweisen. Die Kriminellen nannten dem Mann dann auch noch eine nahe gelegene Postbank-Filiale, von der aus er das Geld anweisen sollte.

Sie geben sich als Polizisten aus und bringen ihre Opfer um ihr Geld –ins Visier geraten dabei häufig alleinstehende Senioren. Mit einer neuen Abzocker-Masche verursachen Kriminelle Schäden in Millionenhöhe, so der Kriminologe Udo Hagemann.

Betrugsfälle durch falsche Polizisten am Telefon häufen sich. Seit August 2015 sei bundesweit "ein Anstieg von Straftaten zum Nachteil älterer Menschen" festzustellen.

Eine besonders hinterlistige Taktik vor der Hagemann warnt: Teils verwenden Betrüger eine Technik, die im Display eine seriöse Nummer erscheinen lässt - etwa 069-110.

Dies verschleiere, dass Täter auch im Ausland säßen, etwa aus Call-Centern heraus agierten und ihre Opfer bundesweit suchten. Auf diese Art würden Schäden in Millionenhöhe angerichtet.

"Alleinstehende ältere Menschen gelten bei Kriminellen als leichte Beute. Je gebrechlicher Senioren sind, desto eher geraten sie ins Visier von Betrügern", so Hagemann weiter.

Polizei will Bevölkerung aufklären

Bei einem anderen Mann aus Hessen ist ein Anruf eingegangen, bei dem sogar ein gefälschter Funkspruch der Polizei eingespielt wurde, wie die Polizei berichtet. Der Anrufer verlangte, dass der Mann Geld überweist, um eine angebliche Bande zu überführen.

Telefonbetrüger verwendeten die 110

Der eingeschüchterte Mann befolgte die Anweisungen, ging zur Post -und hatte noch Glück. Eine aufmerksamer Angestellter wurde misstrauisch und verweigerte die Überweisung. Gleichzeitig informierte er die Polizei. Als der Rentner dann zur Wache ging um Anzeige zu erstatten, riefen die Täter prompt wieder bei ihm an und fragten, ob er schon bezahlt habe. Dabei entdeckten die Ermittler, dass die Betrüger die Absenderrufnummer 110 verwendeten. So entstand der Eindruck, dass tatsächlich die Polizei über die Notrufnummer 110 angerufen habe.

 

Ein weiterer Fall

Das Telefon des Opfers zeigt - durch Computerprogramme manipuliert - die Nummer 02064 110 an. "Die angeblichen Kriminalbeamten sagten, sie hätten einen Einbrecher festgenommen und müssten das Bargeld oder das Eigentum des Geschädigten überprüfen", schildert Hagemann.

Oder sie warnen davor, dass sie Hinweise auf einen bevorstehenden Einbruch hätten und bieten an, Wertgegenstände des potenziellen Opfers zu verwahren. Vor einem halben Jahr wurde eine Seniorin mit diesem Trick dazu gebracht, falschen Polizisten ihr Geld zu geben. Mit der 110 im Display sei "die Form des Betrugs schon ziemlich heftig", erklärt Hagemann. "Wenn ich die 110 sehe, vertraue ich doch eigentlich darauf, dass das die Polizei ist."

 

Telefonbetrüger haben es in Deutschland mit dieser Masche sehr leicht

Leider bieten im Internet einschlägige Webseiten Betrügern und "Spaßvögel", aus Deutschland heraus die Möglichkeit diesen Betrug auszuführen. Hier genügen nur ein paar Euros, um dem Angerufenen eine falsche Telefonnummer im Display vorzugaukeln. Das klappt mit allen Telefonnummern, so der Kriminologe Udo Hagemann.

Diese fiese Masche kann auch mit der Rufnummer eines Freundes, Familie oder Bekannten passieren. Sobald jemand weiß, dass Sie z.B. eine kranke Mutter haben, die telefonisch immer mit Ihnen in Kontakt steht und der "Spaßvogel" diese Rufnummer kennt, kann dieser mit der Rufnummer Ihrer Mutter bei Ihnen anrufen und damit viele Ängste auslösen. Auf Ihrem Display steht dann auch tatsächlich die Rufnummer Ihrer Mutter, obwohl der Anrufer überhaupt nicht bei Ihrer Mutter vor Ort ist.

Auch mit Banken oder anderen bekannten Rufnummern ist dieser Betrug möglich. Alle Telefonnummern (auch Handyrufnummern) sind hier von betroffen. Der Betrüger kann sich eine x-beliebige Rufnummer aussuchen, die auf dem Display des anderen erscheinen soll.

Leider ist die Aufklärungsrate bei solchen Betrügereien gleich null. Durch die manipulierten Computerprogramme ist es leider nicht möglich den wahren Anrufer zu ermitteln.

 

 So schützen Sie sich vor Telefonbetrug mit falschen Telefonnummern

 

Der Kriminologe Udo Hagemann rät, unbekannte Anrufer grundsätzlich nach einer Rückrufnummer zu fragen. Diese Nummer sollte man dann abgleichen und beim Rückruf selbst eintippen, ohne die automatische Rückruffunktion zu benutzen, um sich von der Seriosität des Anrufers zu überzeugen.

Ob es um den Stromversorger, die Kirchengemeinde, das Amtsgericht oder eben die Polizei gehe: "Vertrauen Sie niemandem, auch keinem angeblichen Kriminalbeamten", betont Hagemann. Jeder Mitarbeiter einer Behörde oder eines Unternehmens habe Verständnis für vorsichtiges Verhalten.

Ein Polizeibeamter würde nie über die Notrufnummer 110 anrufen oder sich nach Wertgegenständen erkundigen, erklärt Hagemann. Er rät, keine persönlichen Daten herauszugeben, entsprechende Telefongespräche zu beenden und den Anruf bei der echten Polizei unter der Nummer 110 zu melden.

Nur wenn Sie selbst die 110 wählen, haben Sie die Gewissheit dass sich unter dieser Rufnummer auch Ihre örtliche Polizei meldet.

 

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