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 Wie Einbrecher miteinander kommunizieren
 

kriminelle Aktivitäten:
Gaunerzinken

Dieses Thema war bei DAS! im Norddeutschen Rundfunk

hier klicken für das NDR Video

 

Seit Jahrhunderten gibt es sie: Gaunerzinken. In letzter Zeit werden sie wieder häufiger an Hauswänden entdeckt. Einbrecher kommunizieren darüber, ob sich ein Einbruch lohnt.

Wenn Sie ein solches Zeichen an Ihrer Hauswand entdecken, sollten Sie unbedingt Handeln:

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Übertünchen Sie diese Zeichen mit etwas Farbe oder versuchen die Hauswand von den Gaunerzinken zu reinigen. In dem Video (rechts) können Sie die gebräuchlichsten Gaunerzinken sehen. Diese Zeichen verraten, ob sich ein Einbruch bei Ihnen lohnt.

In Berlin-Reinickendorf wohnt eine ältere Frau, verwitwet, allein. Alle Bewohner des Hauses waren schockiert, als sie hörten, dass sie Trickbetrügern zum Opfer gefallen ist. Offenbar klingelten tagsüber zwei Männer bei ihr, sagten, sie seien Heizungsableser und müssten bei ihr an den Heizkörpern etwas nachsehen. Während der eine sie ablenkte, suchte der andere nach Geld und Wertgegenständen. Dann hauten sie wieder mit reichlich Beute ab. Ein klassischer Fall, wie man ihn leider immer wieder hört.

In dem hier zu sehenden Beitrag vom NDR - in der Sendung DAS! - erklärt der Kriminologe Udo Hagemann vom kriminaltechnischen Institut Bundpol Security Systems aus Berlin, wie man Gaunerzinken findet und was man tun kann, wenn Sie diese Zeichen bei Ihnen entdecken.

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Wichtig ist, diese Zeichen sofort zu säubern oder unkenntlich zu machen.

Zwei, drei Wochen später sah sie es rein zufällig. An ihrer Hauswand, leicht versteckt hinter den Mülltonnen, hatte jemand mit wasserfestem Filzstift ein Kreuz, wie ein Pluszeichen, an ihre Hauswand gemalt, etwa drei Zentimeter groß. Das war ein Gaunerzinken!

Zinken gibt es schon seit vielen Jahrhunderten, die Tradition geht bis in 12. Jahrhundert zurück. Ursprünglich dienten sie dazu, dass sich das "wandernde Volk" verständigen konnte. Es gab Zeichen für "Übernachtung ist möglich" oder "Hier gibt es Essen".

Allerdings wurden Zinken auch von Gaunern und Einbrechern genutzt. Und das wohl auch heute noch.

Einbrecher kommunizieren immer noch über Gaunerzinken darüber, ob und wie sich ein Einbruch lohnt. Jetzt tauchten sie wieder verstärkt in Nord- und Ostdeutschland auf, in den letzten Wochen wieder in und um Berlin.

Das Zeichen an der Hauswand, ein Kreuz, wie ein großes Plus-Zeichen, steht für "Fromm stellen". Waren das etwa die angeblichen Heizungsableser, die bei der alten Frau waren? Sie taten, als wären sie "fromme" Heizungsableser, raubten dann aber die arme Frau aus.

Die Vermieterin handelte auf jeden Fall sofort: Sie informierte die Polizei, überkritzelte das Zeichen, malte daneben das Zeichen für "bissiger Hund" und sagt damit den Gaunern: Wir haben euch durchschaut und passen auf!

 

Ein anderer Fall:

Eigentlich ist es der Neugestaltung einer Auffahrt zu verdanken, dass die Geheimzeichen entdeckt wurden. „Nachdem die Auffahrt fertig war, haben wurde auch der Briefkasten wieder aufgestellt“, berichtet eine Hausbesitzerin in Berlin, die lieber anonym bleiben möchte.

„Am nächsten Morgen sah ich dann auf dem Kasten drei Punkte, die mit einem Lackstift aufgetragen waren. Weiter unten war noch ein Zeichen eingeritzt.“ Da die Markierungen am Nachmittag zuvor noch nicht da waren, war sofort klar, dass sie jemand über Nacht angebracht haben muss. „Das fand ich schon unheimlich, denn ich hatte sofort den Verdacht, dass es Gaunerzinken sein könnten.“

 Die Frau recherchierte und fand heraus, dass die Einbrecher mit diesen Zeichen Häuser kennzeichnen, in denen sich ein Einbruch lohnt. „Ich habe sofort die Polizei angerufen und dann die Nachbarn informiert.“ Natürlich habe man sich daraufhin bei Nachbarn umgeschaut. „Vor allem dort, wo die Bewohner nicht zuhause waren“, erzählt der direkte Nachbar, ein junger Familienvater. Und tatsächlich wurden weitere Zeichen entdeckt:

So wurde ebenfalls mit einem Lackstift ein Rasenkantenstein mit zwei Strichen versehen – als Botschaft, dass in dem Haus zwei alte Menschen leben. Weitere Zeichen wurden mit einem scharfen Werkzeug eingeritzt, und zwar an einer Hauswand, einer Mülltonne und an einem Laternenpfahl. „Das Gruselige ist, dass die Aussagen der Zeichen tatsächlich auf die Bewohner der Häuser zutreffen“, sagt der Familienvater, „da muss jemand die Bewohner tatsächlich beobachtet haben.“

Die Polizei hat sich die Zeichen angesehen, sie fotografiert und den Bewohnern geraten, die Zeichen unkenntlich zu machen. Mehr konnte die Polizei leider nicht unternehmen, da bis zu diesem Zeitpunkt keine Straftat vorlag.

 

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